Meetings & Videos

Bisher fixierte Online-Vorträge (wird laufend ergänzt):

17.4.2024, 19:00
Dr. Michael Blume, Feindseliger Dualismus. Wie die Gewalt in die Religionen kommt

Alle Weltreligionen nehmen für sich in Anspruch, der Menschheit Wissen, Weisheit und Frieden zu vermitteln. Doch in der Realität wird terroristische, kriegerische und auch sexualisierte Gewalt immer wieder auch im Namen von Religion verübt. Dr. Michael Blume stellt dazu die Dualismus-These vor, die Oberrabbiner Jonathan Sacks, seligen Angedenkens, in „Not in God‘s Name. Confronting Religious Violence“ entwickelt hat.

Dr. Michael Blume ist Religions- und Politikwissenschaftler und leitete 2015/16 das Sonderkontingent des Landes Baden-Württemberg für 1.100 ezidische Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. 2018 wurde er zum Beauftragten der Landesregierung BW gegen Antisemitismus berufen. Blume ist evangelischer Christ in einer christlich-islamischen Ehe mit 3 Kindern.

18.4.2024, 17:30
Mag. Awi Blumenfeld, Feindbild Judentum

Juden und Judentum, sind seit 2500 Jahren der ultimative negierte “Andere”!
Unter dem Begriff “Feindbild Judentum” werden eine Fülle von Theorien verstanden, die so klingende Namen wie “Sozialneid”, “Auserwählungsneid”, “Sündenbocktheorie” und viele weitere tragen.
In dieser Online-Sitzung sollen einige Grundlagen und immer wiederkehrende Elemente und Grundmotive aufgezeigt werden, die einerseits in der westlich-abendländischen, aber auch in der muslimischen Kultur zu finden sind.

19.4., 16:30
Lyudmyla Ivanyuk, Die orthodoxen Kirchen und der Ukraine-Krieg

23.4., 17:00
Univ.-Prof. Dr. Markus Zimmermann, Gewalttätiger Gott – gewalttätiger Glaube?

Sollte sich Gott einer Therapie unterziehen? Als christlicher Gott behauptet er, absolute Liebe zu sein, aber seine Geschichte und die des Christentums triefen von Blut. Seine Spur der Gewalt führt bis in die Gegenwart.
Prof. Dr. Markus Zimmermann stellt sich dieser Skandalgeschichte und konfrontiert sie mit der Glaubensbotschaft von der gewaltlosen Barmherzigkeit.

26.4., 17:00
Prof. Dr Sabine Schiffer, Antisemitismus und Islamophobie: Ein Vergleich

Was ermöglicht ein Diskursvergleich des Antisemitismus aus dem 19. Jahrhundert mit dem anti-muslimischen Diskurs von heute? Wo gibt es Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede? Und vor allem: was lernen wir daraus?
Die Retrospektive auf die Grausamkeiten des Holocaust führt nicht zwangsläufig zu einem Verständnis für die Mechanismen, die diese Monströsitäten mit ermöglicht haben. Entmenschlichende Sprache gehört immer dazu. Auch heute sind antisemitische und antiislamische Hetze virulent und bergen das Potential zu Ausgrenzung und Gewalttaten, davon sind Orte jüdischen und muslimischen Lebens betroffen. Dieses Potential gemeinsam kritisch anzugehen, eröffnet die Chance Polarisierungen in der Gesellschaft entgegen zu wirken.

30.4., 17:00
Univ.-Prof. Dr. Simone Paganini, Gott & Gewalt im AT: Wieso brauchen wir einen Gott der Gewalt befiehlt? Bibelwissenschaftliche Zugänge.

Wissen über die Bibel, im Sinne der Kenntnis von biblischen Geschichten und Figuren, ist in unserer Gesellschaft sicherlich im Rückgang. Dabei ist eine Beobachtung interessant: Wenn Menschen überhaupt noch etwas wissen, dann scheint direkt nach „Bibel hat irgendetwas mit Jesus zu tun“ als nächster Punkt zu sein, dass die Bibel voll von Gewalt sei.

Ein Charakteristikum der biblischen Rede über Gott ist, dass er als Handelnder dargestellt wird. Er spricht (z.B., dass Licht werde), er zuhört, rettet und befreit, aber eben auch, er vernichtet, zerstört und zerschmettert. Doch nicht nur Gott werden in vielen Texten gewalttätige Handlungen zugeschrieben: Manchen erscheint das Alte Testament wie eine Aneinanderreihung von Kriegserzählungen. Warum wird nun ein Buch, das so von Gewalt überläuft, sowohl von Seiten Gottes als auch von Seiten der Menschen, weiterhin als Grundlage des Christentums, immerhin der größten Religionsgemeinschaft der Welt, und des Judentums angesehen?

2.5., 17:00
Dr. Jan-Hendrik Herbst, Friedenspädagogik im Religionsunterricht

Der Ukrainekrieg fordert grundlegende Annahmen christlicher Friedensethik und -erziehung heraus. Vor diesem Hintergrund legt der Vortrag drei Erkenntnisse der Friedenspädagogik frei, hinter die heute nicht mehr zurückgefallen werden darf: Religionen besitzen eine ambivalente Rolle in politischen Konflikten; entwicklungsabhängig sind individuelle und strukturelle Aspekte von Krieg und Frieden zusammen zu denken; und eine ‚pazifistische Positionalität‘ ist heute im Religionsunterricht kontrovers zu diskutieren. An diese konzeptionellen Reflexionen anschließend werden konkrete Handlungsperspektiven für den Unterricht entfaltet.

3.5., 18:00
Em. Univ.-Prof. Dr. Susanne Heine, Frieden stiften und Gewalt säen. Der Januskopf der Religion aus psychologischer Sicht

Was Religion bewirken oder anrichten kann, zeigt sich in Ambivalenzen: Auf der einen Seite steht der Einsatz für Liebe, Frieden und Gerechtigkeit, auf der anderen stehen Hass, Verfolgung, brennende Synagogen und Kriege um den Absolutheitsanspruch der je eigenen Religion. Zu sagen, alle Religionen sind gewalttätig, stimmt ebenso wenig, wie zu sagen: Religion hat mit Gewalt nichts zu tun. Der Vortrag versucht, anhand einiger psychologischer Perspektiven solche Ambivalenzen zu erhellen, die alle Religionen betreffen können.

6.5., 18:30
Ron Eichhorn, Teach peace

Wie begegnen wir am besten Konflikten auf persönlicher oder gemeinschaftlicher Ebene, was können wir für mehr sozialen Zusammenhalt und Frieden in unserer Gesellschaft tun? „Teach Peace“ ist eine Initiative, die bei jungen Menschen ansetzt, in den Schulen. 
Die derzeitigen Bildungssysteme in Europa sind in vielen Bereichen hervorragend, aber die Schulen erkennen heute neue und dringende Bedürfnisse: Angesichts der Zunahme von Angstzuständen, Depressionen und Gewalt fehlt es den Schülern an Instrumenten, um ihr psychisches Wohlbefinden in die Hand zu nehmen und gesunde Beziehungen aufzubauen. 
Wir brauchen eine “Erziehung des Herzens”, deren Kern die Erkenntnis ist, dass wir alle Mitglieder einer einzigen Menschheitsfamilie sind. Dies ist eine kraftvolle Botschaft, die unter anderem von Ghandi und dem Dalai Lama stammt. 
Damit eine “Erziehung des Herzens” wirksam und nachhaltig ist, bedarf es des Engagements der gesamten Schule – von Führungskräften, Lehrern, Hilfspersonal, Schülern und Eltern. Die Lehrer sind die wertvollste Ressource einer Schule; ihre Einstellungen und Prioritäten prägen die Schulkultur. Der Ansatz von Teach Peace besteht darin, Lehrkräfte zu befähigen, eine Schulkultur des Wohlbefindens und des gegenseitigen Respekts zu stärken. 

7.5., 16:30
Dr. Carsten Wuttke, Jesus und der Zorn Gottes

Der zunehmende Wissens- und Relevanzverlust in Bezug auf die christliche Gottesvorstellung bei Jugendlichen ist eine der akuten religionspädagogischen Herausforderungen. Wie können festgefahrene und verengte Jesus- und Gottesbilder aufgebrochen werden? Wie kann zu einer neuen Auseinandersetzung eingeladen werden? Ein besonderes Potenzial hierzu birgt das im gegenwärtigen Religionsunterricht bislang nicht berücksichtigte Thema „Jesus und der Zorn Gottes“, das ins Zentrum des Nachdenkens über Gottes Liebe und Gerechtigkeit führt.

8.5., 18:00
Podiumsdiskussion: Religionen als Friedensförderer?!
mit: Dr. Ursula Baatz, Mag. Canan Bayram, Ron Eichhorn u.a.

14.5., 17:00
Ramazan Demir, MA, Wie gelingt Deradikalisierung?

Faktoren der Radikalisierung bei jungen Muslimen:
Der Referent beschreibt die Welt und Vorstellungen der Extremisten und geht auf die Irrtümer ein, denen extremistische Muslime verfallen sind.